Themen
1. Was ist "Das Göttliche Prinzip" und wie ist es entstanden?
Das Göttliche Prinzip ist das grundlegende Lehrbuch über die Offenbarungen und Erkenntnisse von Rev. Sun Myung Moon. Das ursprüngliche Manuskript ging in Nord-Korea während des Koreakrieges verloren. Nachdem Rev. Moon nach Pusan im Süden gekommen war, schrieb und diktierte er ein Manuskript mit Namen Wolli Wonbon (Ursprünglicher Text des Göttlichen Prinzips). Er erarbeitete dann zusammen mit Hyo-Won Eu, dem ersten Präsidenten der VK Koreas, eine systematische Präsentation seiner Lehre mit biblischen, geschichtlichen und geisteswissenschaftlichen Querverweisen. Aus diesen Bemühungen entstand 1957 das Wolli Hesul (Erklärung des Göttlichen Prinzips) und 1966 das Wolli Kangron (Darlegung des Göttlichen Prinzips), welches zur grundlegenden Schrift der VK wurde. 1973 wurde Wolli Kangron von Dr. Won-Pok Choi zum ersten Mal ins Englische übersetzt (The Divine Principle). Parallel zur englischen Ausgabe übersetzte Paul Werner dieses Buch unter dem Titel "Die Göttlichen Prinzipien" ins Deutsche. 1996 erfolgte eine neue autorisierte Übersetzung ins Englische unter dem Titel "Exposition of the Divine Principle" , gefolgt von einer deutschen Neuübersetzung mit Titel "Das Göttliche Prinzip" im Jahr 2003.
2. Welches Gottesbild wird im Lehrbuch "Das Göttliche Prinzip" vertreten?
Gott wird im Göttlichen Prinzip als Schöpfer und Erste Ursache der gesamten Schöpfung gesehen. Die Schöpfung entspringt Seinem innersten Wesen. Er ist kein einsames monadisches Wesen, sondern vereinigt in Sich eine männliche und weibliche Natur sowie ein inneres Wesen und eine äußere Form, die in der Schöpfung in mannigfaltiger Weise zum Ausdruck kommen. Diese polaren Wesensmerkmale bilden in Gott eine ausgeglichene und harmonische Einheit. Der Kern von Gottes Wesen ist Sein Herz. In seiner Beziehung zu den Menschen wird Gott nicht nur als Schöpfer sondern vor allem als "Eltern" (Himmlischer Vater und Himmlische Mutter) betrachtet.
3. Welches Menschenbild wird im Lehrbuch "Das Göttliche Prinzip" vertreten?
Der Mensch ist Geschöpf und Abbild Gottes. Als Abbild besteht der Mensch aus einem Geist und einem Körper und spiegelt als Mann und Frau Gottes männliche und weibliche Aspekte wieder. Weiterhin besitzt jeder Mensch eine göttliche Natur, die Ursprüngliche Natur genannt wird und uns mit unserem Ursprung, Gott, in einer Eltern-Kind-Beziehung verbindet. Der Mensch ist in Gottes Augen der Höhepunkt Seiner Schöpfung und als Sein Kind erschaffen. Darüber hinaus ist der Mensch auch Mitschöpfer. Als einziges Wesen im gesamten Universum hat der Mensch eine eigene Verantwortung, einmal für seine eigene Entwicklung, aber auch seiner Gesellschaft und der Umwelt gegenüber. Dadurch, dass er diese Verantwortung erfüllt, steht er seiner Umwelt gegenüber in einer einzigartigen Position, in der er die Welt mit der Liebe und im Auftrag Gottes regieren kann.
4. Welche Rolle spielt die Natur?
Die Natur erfüllt einmal den Zweck, als Lebensraum für die Menschen, Gottes Kinder, zu dienen und ist darüber hinaus Ausdruck der Mannigfaltigkeit der Liebe Gottes. Die vielfältigen und begrenzten materiellen Formen der Schöpfung sind Ausdruck des unendlichen Ursprungs. Dabei wird die Materie nicht dualistisch dem Geist gegenübergestellt, sondern komplementär zu diesem gesehen. In der Vielfältigkeit liegt Einheit. Diese Vielfältigkeit ist Ausdruck der unendlichen Liebe Gottes. Die Liebe verbindet alle Elemente der Schöpfung mit Gott und gibt ihr einen göttlichen Wert. Jede einzelne Form der Schöpfung ist Ausdruck eines Aspektes Gottes, was ihr dadurch einen einzigartigen Wert verleiht und sie damit zu einem unersetzbaren Teil des Universums macht.
5. Warum hat Gott den Menschen und das Universum erschaffen?
Ziel und der Höhepunkt der Schöpfung ist der Mensch. Der Mensch ist als direktes Abbild Gottes mit einem Herz (im Sinne von "innerstes Gemüt") ausgestattet und in der Lage, Gottes Liebe in höchster Form zu erfahren und zu erwidern. Gott hat den Menschen geschaffen und ihm die Freiheit gegeben, mit Ihm eine Liebesbeziehung aus freien Stücken einzugehen und in dieser Liebesbeziehung Freude zu erfahren und zu teilen. Alles, was Gott geschaffen hat, dient diesem Zweck. Die Schöpfung existiert, um den Menschen dabei zu helfen. Sie ist Zeugnis von Gottes unendlicher Liebe. Durch die Schöpfung kann der Mensch Gottes Liebe in vielfacher Art und Weise erfahren. Indem der Mensch mit Liebe über die Schöpfung regiert, kann diese ihren Zweck erfüllen und erlangt einen göttlichen Wert. Ohne den Menschen ist die Schöpfung nicht in der Lage, ihr ursprüngliches Potential, nämlich Ausdruck von Gottes Liebe zu sein, zu verwirklichen.
6. Was bedeutet der Sündenfall?
Der Sündenfall ist der Punkt, an dem der Mensch zu Beginn seiner Geschichte, als er sich noch mitten im Wachstumsprozess befand, sich von Gott abwandte. Diese Trennung führte dazu, dass der Mensch seinem Ursprung entfremdet wurde. Im Menschen entstand eine weitere Natur (gefallene Natur), die mit der ursprünglichen Natur in Konflikt geriet. Der Mensch verlor die Fähigkeit, mit seinen geistigen Eltern (Gott) zu kommunizieren. Die Trennung von Gott führte zu immer mehr Trennung untereinander und zu Konflikten unter den Menschen. Dieses falsche Muster (im religiösen Sprachgebrauch auch als "Ursprüngliche Sünde" bezeichnet) der ersten menschlichen Vorfahren wurde an die jeweils folgende Generation weitergereicht.
7. Wer ist Satan oder der Teufel?
Satan ist nach biblischem Verständnis der gefallene Erzengel Luzifer, ein Geschöpf Gottes, der ursprünglich den Menschen unterstützen und ihm dienen sollte. Als er erkannte, dass Gott die Menschen als Seine Kinder mehr liebte als ihn, wurde er eifersüchtig. Diese Eifersucht veranlasste den Erzengel, die Menschen von Gott zu trennen und sich selbst über sie zu erheben.
Er verführte die Menschen dazu, gegen Gottes Gebote zu verstoßen (im biblischen Bild von der Schlange) und die Liebe als stärkste Kraft des Universums für egoistische Zwecke zu missbrauchen.
8. Warum hat Gott den Sündenfall nicht verhindert?
Gott hat den Menschen einen freien Willen in ihren Handlungen gegeben. Nur ein freies und eigenverantwortliches Wesen kann die höchste Form der Liebe verwirklichen. Hätte Er den Sündenfall durch direktes Eingreifen verhindern wollen, so hätte Er den freien Willen, den Er den Menschen gegeben hat, missachtet. Somit würde Er gegen sein eigenes Prinzip verstoßen. Auch wäre Seine Liebe dem Menschen gegenüber von dessen Gehorsam abhängig und damit nicht bedingungslos.
9. Was bedeutet die menschliche Geschichte aus göttlicher Sicht?
Die menschliche Geschichte ist aus Gottes Sicht der lange und schwierige Prozess, die gefallenen Menschen zu ihrer ursprünglichen Position wiederherzustellen. Es geht darum, die Menschen schrittweise zu führen und ihnen zu helfen, die durch den Sündenfall entstandene grundlegende Trennung von Gott zu überwinden.
10. Welchen Plan verfolgt Gott mit der menschlichen Geschichte?
Das Ziel der menschlichen Geschichte ist es, alle Menschen wieder in ihre ursprünglich von Gott gegebene Position zu bringen. Das bedeutet, alle Menschen sollen in die Lage versetzt werden, mit Gott freien Austausch zu haben und Freude durch Liebe zu erfahren. Hierzu muss Gott Menschen finden und vorbereiten, die die Fehler der ersten Menschen, Adam und Eva, wiedergutmachen, indem sie beispielsweise in einer mit Adam und Eva vergleichbaren Situation kommen, deren Fehler aber dann nicht wiederholen.
11. Welche Rolle spielen die Propheten?
Propheten sind Menschen, die Gott vorbereitet, um die Menschen zu ermahnen und anzuleiten, ein besseres Leben zu führen. Gott braucht Menschen, die auf Sein Wort hören und Ihm nachfolgen. Sie dienen als Sprachrohr Gottes, um möglichst viele Menschen zu erreichen. In diesem Sinne könnte man Rev. Moon und andere mahnende und erleuchtende Stimmen als Propheten des 20sten Jahrhunderts beschreiben.
12. Welche Rolle spielt Jesus Christus?
Jesus Christus ist der Messias. Er ist der Mensch, der das ursprüngliche Ideal eines vollkommenen Menschen in seinem Leben verwirklicht hat. Er hat als erster Mensch auf Erden in vollkommener Einheit mit Gott gelebt. Somit konnte er anderen Menschen dieses Ideal zeigen und lehren.
13. Was bedeutet "Messias" und welche Rolle kommt ihm zu?
Der Messias (wörtlich übersetzt: der Gesalbte) ist der von Gott erwählte Mensch, der das Problem der Ursprünglichen Sünde löst und das verlorengegangene Ideal verwirklicht. Durch den Messias hat Gott die Möglichkeit, die Menschen von ihrer Entfremdung zu befreien, sie zu Ihm zurückzuführen und Sein Ideal zu verwirklichen.
14. Ist Jesus Gott selbst?
Jesus ist Mensch und Gottes wahrer Sohn zugleich. Indem er sich vervollkommnet hat, sich in völliger Herzenseinheit mit Gott befindet und aus seiner Ursprünglichen Natur heraus lebt - ohne Konflikt mit einer gefallenen Natur -, wird er als vollkommenes Abbild Gottes Ihm gleich. Jesus, in seiner Position als neuer Adam, verkörpert den vollkommenen Sohn Gottes, der Sein Herz versteht und in dem Gottes Liebe vollkommen verwirklicht ist. Seinen Mitmenschen gegenüber drückt sich dies in bedingungsloser und vergebender Nächstenliebe aus. Er allein hat die Qualifikation, seine Mitmenschen so zu führen, dass sie ebenfalls zu wahren Söhnen und Töchtern Gottes werden können.
15. Warum starb Jesus am Kreuz?
Jesus starb am Kreuz, weil die Menschen seiner Zeit ihn nicht als den von ihnen erwarteten Messias erkannt und anerkannt haben. Jesus wurde von seinen Mitmenschen abgelehnt, von seinem Jünger Judas verraten und schließlich sogar von seinem engsten Jünger Petrus verleugnet. Jesus wurde zu seiner Zeit von seinen Mitmenschen, vor allem aber von der damaligen religiösen Führungsschicht, nicht verstanden und deshalb schließlich wie ein Schwerverbrecher hingerichtet. Sie erkannten nicht, wie Gott durch Jesus wirkte und ihnen Erlösung bringen wollte.
16. War der Kreuzestod Gottes Wille?
Gottes Wille war es, durch Jesus die Menschen zurück zu Seinem Ideal zu führen. Die Menschen haben dies allerdings durch ihren Unglauben und ihre Arroganz verhindert. Somit blieb Gott nichts anderes übrig als Seinen eigenen Sohn Jesus zu opfern. Weil Jesus absoluten Glauben behielt und bereit war, das Kreuz zu tragen, obwohl er wusste, dass die Geschichte der Wiederherstellung wiederum verlängert werden musste, konnte er am dritten Tage auferstehen und den Menschen, die an ihn glaubten, geistige Erlösung bringen. Insofern war die Kreuzigung tatsächlich Gottes Wille (nachdem der Unglaube der Menschen nicht mehr zu ändern war). Aber es war auch der traurigste Moment für Gott, weil mit Jesus Sein geliebter Sohn in den Tod ging. Das mühsam erarbeitete Fundament, auf dem Jesus gekommen war, ging verloren und die Geschichte der Wiederherstellung und das Leid der Menschen wurden erneut verlängert.
17. Was bedeutet die Wiederkunft Jesu?
Gottes Wille, die Menschen zu ihrem ursprünglichen Ideal wiederherzustellen, ist absolut. Weil Jesus die vollständige Erlösung der Menschen hier auf Erden nicht verwirklichen konnte, muss der Messias wiederkommen. Das heißt nicht, dass der Mensch Jesus wiederkommen wird, sondern dass Gott erneut einen Menschen auf Erden finden muss, der den Weg Jesu zu Ende geht und hier auf Erden Gottes Ideal verwirklicht.
18. Hat sich die Wiederkunft durch Rev. und Frau Moon erfüllt?
Rev. Moon ist einen sehr schweren Weg gegangen und hat auch unter schwerer Verfolgung und in den schwierigsten Situationen einen unerschütterlichen Glauben bewiesen. Er konnte Gottes Herz vollständig verstehen und danach leben. Während seiner Gründeransprache zum 1. Welt Kultur und Sportfestivals am 24.08.1992 in Seoul, Korea, verkündete Rev. Moon öffentlich, dass er zusammen mit seiner Frau in der Position der Wahren Eltern der Menschheit stehe. In Rev. und Frau Moon hat sich somit die Wiederkunft des Messias erfüllt.
19. Was bedeutet "Wahre Eltern"?
Durch den Sündenfall hat sich der Mensch von Gott und Seiner Liebe getrennt. Diese Trennung hat sich bis heute leidvoll ausgewirkt.
Rev. Moon und seine Frau Hak-Ja Han sehen ihre Berufung darin, den Fehler Adams und Evas wieder gut zu machen und der Menschheit als Begründer der "Wahren Familie", d. h. der auf Gott ausgerichteten Familie, zu dienen und den Grundstein für "Wahre Eltern" zu legen. Durch die Segnungszeremonien wird dieses geistige Erbe von Rev. Moon und seiner Frau Hak-Ja Han den daran teilnehmenden Paaren weitergegeben. Danach begibt sich jedes Paar selbst auf den Weg, zu wahren Eltern zu werden und wahre Familien zu errichten, die Gottes Ideal der wahren Liebe in der Familie manifestieren.
20. Was bedeuten die Letzten Tage?
Die Letzten Tage sind ein Symbol für die Zeit, in der die Menschen die Möglichkeit haben, durch den Messias die gefallene Welt zu beenden und das Himmelreich Gottes auf Erden und im Himmel zu verwirklichen. Die Letzten Tage stehen für das Ende der Herrschaft Satans über die Menschen.
21. In welcher Position steht der Mensch, der das Schöpfungsideal erfüllt?
Der Mensch ist Kind Gottes. Indem er das Schöpfungsideal erfüllt, ererbt er Gottes Schöpfung und wird Herr über sie. Er ist auch als Wesen mit Geist und Körper Mittler zwischen der irdischen und der ewigen geistigen Welt. Er ist es, der die Schöpfung mit Gott verbindet.
22. Gibt es eine ewige Hölle?
Nein. Die Hölle ist ein Ort, den die Menschen durch ihr liebloses, egoistisches und von Gott getrenntes Leben geschaffen haben. Es ist der Ort, der weit entfernt von Gottes Liebe ist. Es ist kein Ort, den Gott erschaffen hat und kann deshalb keine ewige, absolute Existenz haben. Das Kindschaftsverhältnis der Menschen zu Gott ist absolut. Ebenso ist Gottes Wille, all Seine Kinder wiederherzustellen, absolut. Gott kann keine vollständige Freude empfinden, solange eines Seiner Kinder noch leidet. Wenn Gottes Ideal sich erfüllt hat, wird die Hölle aufhören zu existieren, da alle Menschen von Gottes Liebe erfüllt sein werden und es somit keinen Ort in der geistigen Welt mehr geben wird, in der Gottes Liebe nicht präsent ist.
23. Wird Gottes ursprünglicher Schöpfungsplan jemals ganz erfüllt werden?
Mit Sicherheit. Gottes Wille ist absolut, und Gott wird Seinen Willen verwirklichen. Weil Gott Erste Ursache und Schöpfer ist, kann die Ursprüngliche Natur, die uns mit Gott verbindet, nicht völlig zerstört werden. Die gefallene Natur hingegen ist relativ und lebt nur solange, wie sie vom Menschen durch falsches Handeln genährt wird. Die Frage ist nur, wie lange es dauern wird, bis die gefallene Natur überwunden ist. Dies hängt vom Menschen ab, der mit seinem freien Willen eigenverantwortlich entscheiden kann, welchen Weg er geht. Letztendlich ist die Kraft der göttlichen Liebe jedoch stärker, und wenn diese von einem Menschen vollkommen verwirklicht wird, wird sie die Ursprüngliche Natur auch in anderen Menschen erwecken, bestärken und sich somit durchsetzen. Denn alle Menschen spüren in ihrem innersten Wesen, dass sie nur in der Liebe Gottes völlige Erfüllung finden werden. Wer einmal von der Liebe Gottes ergriffen und bewegt worden ist, der kann sie nicht mehr leugnen. Sein ganzes Streben wird darauf ausgerichtet sein, diese Liebe dauerhaft zu erhalten und mit anderen zu teilen.