Themen
Das Wesen Gottes
(nach Dr. Young Oon Kim, Theologie-Professorin an der Ewha Universität Seoul, Korea)
Göttliche Polarität
Gott der Schöpfer ist unendlich, unkörperlicher Geist und in keiner endlichen, sichtbaren Weise voll greifbar. Doch es gibt Schlüssel, mit deren Hilfe die Menschen Gott erkennen können.
Das Universum existiert im Rahmen einer spezifischen Ursache und eines bestimmten Zwecks, welcher gemäß den Göttlichen Prinzipien Herz/Geist des Universums ist. Dieses Herz/dieser Geist ist Gott. Er wird indirekt oder symbolisch von der ganzen Schöpfung widergespiegelt. Die Schöpfung ist Sein Körper oder Seine äußere Form. Doch am genauesten wird Gott in Mann und Frau offenbar, die das direkte Bild Gottes darstellen und sowohl geistige wie physische Fähigkeiten besitzen.
Alles in der Schöpfung existiert in Paarbeziehungen von männlich und weiblich, Innen und außen, Subjekt und Objekt, aktiv und rezeptiv. Einige Beispiele solcher Beziehungen sind männliche und weibliche Tiere, Pollen- und Stempel bei Pflanzenblüten, Protonen und Elektronen, die Sonne und die Planeten, Hitze und Licht, Ost und West, Nord und Süd. Alles schließt ein subjektives und ein objektives Element ein, die einander ergänzen. Da der Mensch dem Universum in Bezug auf Polarität, Elemente, Strukturen und Funktionen ähnelt, stellt der Mensch einen Mikrokosmos dar.
Um einen Menschen nach seinem Ebenbild zu schaffen, erschuf Gott Mann und Frau (Gen 1,27). Somit existiert der Mensch als Bild Gottes in diesen beiden unterschiedlichen Ausformungen, die zusammen ein Paar ausmachen. Das zeigt, dass Gott in Polarität existieren muss. Er muss in Sich selbst die duale Charakteristik von Männlichkeit und Weiblichkeit enthalten, die in Seiner Natur in vollkommener Harmonie bestehen. Indem er Eva als Adams Gefährtin erschuf, vervollständigte Gott die Erschaffung des Menschen nach Seinem vollen Ebenbild. Adam und Eva waren dazu bestimmt, sich aufeinander zu beziehen und einander als Subjekt und Objekt, Inneres und Äußeres oder Aktives und Rezeptives (Gen 2, 18) zu ergänzen. Mann als Subjekt sollte Liebe (aktive, kreative Energie) und Eva als Objekt sollte Schönheit (antwortende, anregende Energie) verkörpern. Die Erschaffung des Menschen als Paar war die äußere und objektive Manifestation der Polarität Gottes selbst. Desgleichen hat jedes Individuum Geist und Körper Sowie Herz und Verstand.
Der Mensch und die Schöpfung spiegeln das Wesen Gottes wider
I. Es gibt keine Geschöpfe, die nicht die Polarität Gottes widerspiegelten. Es gibt keine Schöpfung, in der Gottes Geist nicht wirkte. Auf diese Art ist Gott allgegenwärtig. Wenn die Energie Gottes in einer einzigen Linie fortströmt und nicht zurückkommt, ist keine Schöpfung möglich; die Energie wird verschwendet. Doch wenn Seine Energie in einem Kreislauf vom Objekt her zurückkehrt, bringt sie die Schöpfung weiter. Die Erschaffung des Alls, die verschiedenen Naturphänomene, Bewegung und Veränderung ereignen sich durch Wechselbeziehungen zwischen zahllosen Subjekt-Objekt-Paaren.
II. Ehemann und Ehefrau als unmittelbares Abbild der Polarität Gottes haben die Fähigkeit, eine vollkommen gegenseitige Beziehung zu bilden und untereinander das Geben und Nehmen der Liebe zu aktivieren. Der Zweck der Heirat ist es. einen Mann und eine Frau zu vereinigen, so dass sie Gott als eine Einheit widerspiegeln (imago Dei) und für immer in einem vollkommenen Austausch mit Ihm stehen. In dieser Beziehungswirklichkeit bilden sie eine Dreieinigkeit mit Gott. In solch einer Ehe können Mann und Frau miteinander die Energie des Lebens erfahren, einander stimulierende Freude und Glück schenken. In der Vereinigungslehre wird solch ein Paar mit seinen Kindern das Vier-Positionen-Fundament genannt. Solche auf Gott ausgerichtete Familien werden zur Matrix, zur Urzelle des Reiches Gottes.
III. DAS ZIEL DER SCHÖPFUNG
Die Vereinigungsprinzipien erklären das Ziel der Schöpfung in den Begriffen von Gottes innerstem Bedürfnis zu lieben und geliebt zu werden. Mit der Erschaffung von Adam und Eva nach seinem Ebenbild verband Gott die Absicht, dass sie zu vollkommenen Einzelpersonen reifen würden, die auf Gott ausgerichtet sind. Dann würde Er sie in der Ehe segnen. Gott fände dann in ihnen ein vollkommenes Objekt und einen Partner Seiner tiefen Liebe und Freude. Ohne diese Erfahrung ist Gottes Liebe unvollständig. Obwohl Er absolut vollkommen in sich selbst ist, kann Gottes Vollkommenheit nicht voll erfüllt werden, wenn Seine Liebe unvollständig bleibt. Das primäre Ziel der Schöpfung Gottes bestand darin, ein vollkommenes Gegenüber und einen Partner Seiner Liebe zum Leben zu bringen.
Mehr zum Thema Vereinigungstheologie
.
.