Tongil Gyo Vereinigungsbewegung Unificationism

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Religiöses Leben

Fragen und Antworten

Oft gestellte Fragen zum religiösen Leben der Tongil-Gyo Vereinigungsbewegung


1. Wie feiern wir als Gemeinschaft einen Gottesdienst?

Die Gemeinde trifft sich am Sonntag zum gemeinsamen Gottesdienst. Geistliche Lieder und Gebet, sowie Lesungen aus der Bibel, dem Göttlichen Prinzip und Reden von Rev. Moon sind fester Bestandteil des Gottesdienstes. Der Gemeindeleiter oder ein anderes Mitglied hält eine Predigt. Ankündigungen und neueste Entwicklungen auf internationaler Ebene werden bekannt gegeben. Die Sonntagskollekte wird eingesammelt. Ein geselliges Beisammensein bei Kaffee und Kuchen oder Einführungsvorträge für Gäste finden im Anschluss an den Gottesdienst statt.


2. Welche Abgaben leisten Mitglieder der Vereinigungsbewegung?

Mitglieder zahlen einen jährlichen Mitgliedsbeitrag, der sich in dem für gemeinnützige Vereine üblichen Rahmen bewegt. Die Vereinigungsbewegung kennt auch die biblische Tradition des sogenannten Zehnten
(1). In der Praxis bleibt es jeder Familie überlassen, durch welche Spenden sie die Gemeindearbeit unterstützen will.


3. Wie geben die Mitglieder der Vereinigungsbewegung ihren Glauben weiter?

Der von Jesus gegebene Missionsauftrag
(2) gilt für alle Kirchen und christlichen Gemeinschaften gleichermaßen. Er kann in verschiedener Form umgesetzt werden. Während die Vereinigungskirche in den 70er und frühen 80er Jahren viele Vollzeitmissionare hatte und sich stark für die Mission einsetzen konnte durch Verteilen von Kirchenliteratur und Einladungen zu Vortragsreihen, nahm die Zahl der Vollzeitmissionare gegen Ende der 80er Jahre ständig ab. Beinahe alle ehemaligen Missionare sind jetzt Familienväter und -mütter und mit ihrem beruflichen und familiären Leben voll ausgelastet. Dennoch wird im Bekannten- und Verwandtenkreis gerne zu einem Gottesdienst- oder Seminarbesuch eingeladen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den sogenannten "Hauskreisen" zu, wobei sich geographisch naheliegende Familien zu Gesprächskreisen organisieren und dazu auch Gäste einladen.

Ganz besonders wird heute durch Konferenzen, Seminare, Literatur, Flugblätter und natürlich das Internet unser Glauben und unser Gedankengut an Interessierte weitergegeben.


4. Wie nehmen die Mitglieder am gesellschaftlichen Leben teil?

Die Mitglieder der Vereinigungsbewegung, die zu über 95% aus Familien bestehen und einem geregelten Beruf nachgehen, sind voll in der Gesellschaft integriert und zeichnen sich häufig durch einen besonders hohen Grad an gesellschaftlichem Engagement aus. Mitglieder sind in Schulelternbeiräten, im Vereinswesen, aber auch auf lokalpolitischer und kirchlicher Ebene tätig. Mitglieder der VB beteiligen sich an allen gesellschaftlichen Ereignissen (vom Kindergeburtstag über die Weihnachtsfeier bis hin zur Fastnacht), allerdings immer unter Beibehaltung ihrer moralischen und ethischen Grundsätze.


5. Leben die Mitglieder der Vereinigungsbewegung in Wohngemeinschaften?

Während in den 60er und 70er Jahren Straßenmission und Wohngemeinschaften ("Zentren") üblich waren, hat sich hier längst ein grundlegender Wandel vollzogen. Zum einen ist der größte Teil der Mitglieder verheiratet und lebt in Familien, zum anderen begann zu Beginn der 80er Jahre die Heimkirchenarbeit.

Die Weitergabe der Lehre im Rahmen der Tätigkeit von Missionsteams stand besonders in der Anfangszeit im Mittelpunkt der Aktivitäten. Seit dem Beginn der Heimkirchenarbeit werden die Mitglieder ermutigt, sich konstruktiv in ihre jeweilige Umgebung einzubringen, um für die Liebe Gottes Zeugnis abzulegen. Ziel der Aktivitäten ist nicht die Vereinigungsbewegung selbst, sondern, dass Gott in den Herzen der Menschen wohnen kann, dass Seine Liebe in den zwischenmenschlichen Beziehungen praktiziert wird und dass schließlich eine Welt entsteht, die keine Kirchen mehr benötigt.


6. In welchem Verhältnis steht die Vereinigungsbewegung zu anderen von Rev. Moon ins Leben gerufenen Organisationen?

Wer Leben und Werk von Rev. Moon beschreiben will, wird diesem Vorhaben nur gerecht, wenn er dabei zwischen der VK / FFWV und den zahlreichen später von Rev. Moon initiierten Organisationen und Projekten, wie z. B. "Professors World Peace Academy" (PWPA), die Entwicklungshilfeorganisation "International Relief Friendship Foundation" (IRFF), die ""Frauenföderation für Weltfrieden", die "Universal Peace Federation" usw. differenzieren kann.

Mitglieder der VB akzeptieren die Lehre des Göttlichen Prinzips in ihrer Gesamtheit und erkennen Rev. und Frau Moon als Begründer der "Wahren Elternschaft" an. Mitglieder aller anderen Organisationen identifizieren sich mit den konkreten Zielvorstellungen ihrer jeweiligen Vereinigung. Ihre persönliche religiöse Überzeugung bleibt davon unberührt. Diese Organisationen sind bei der Verfolgung der Ziele, denen sie sich widmen, vollständig eigenständig und sind keine Unter- oder gar Tarnorganisationen der VB. Das erklärt, warum so renommierte Leute wie die ehemaligen US-Präsidenten George Bush sen. und Gerald Ford, der britische Ex-Premier Sir Edward Heath, der frühere russische Präsident Michael Gorbatschow, sowie führende christliche, moslemische oder jüdische Wissenschaftler und hochrangige religiöse Repräsentanten gerne und wiederholt an Veranstaltungen teilnehmen.
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7. Was ist das "matching"?

Viele Mitglieder der Vereinigungsbewegung betrachten es als ein großes Privileg, einen Vorschlag für ihren Partner von Rev. Moon zu erhalten (sogenanntes "matching"). Es steht jedem frei, diesen Vorschlag anzunehmen oder abzulehnen. Eine Ablehnung beeinträchtigt nicht die Mitgliedschaft in der Vereinigungskirche und führt schon gar nicht zu einem Ausschluss aus der Religionsgemeinschaft.

Bei der Segnung im Jahre 1992 nahmen zum ersten Mal auch Angehörige anderer Religionen teil. Im August 1995 - Segnung von 360.000 Paaren - erhielten nur noch ein kleiner Teil der Paare von Rev. Moon einen Partnervorschlag. Über 90 % der Teilnehmer waren bereits verheiratete Paare, darunter ein Großteil aus anderen Religionen. Es wurde und wird nicht erwartet, dass sie ihr Religionsbekenntnis wechseln.


8. Was ist die "Segnung"?

Bei der Segnung verspricht jedes Paar vor Gott und dem Ehepartner, eheliche Treue zu halten, gute Eltern und eine Familie zu werden, die durch ein Leben zum Wohle anderer einen Beitrag für eine Welt der Kultur des Herzens leistet.

In ihrer inneren Bedeutung kommt die Segnung einer Befreiung der teilnehmenden Paare von der Ursprünglichen Sünde gleich, die von Adam und Eva auf Grund ihres Falles an die nachfolgenden Generationen weiter gegeben wurde. Das gesegnete Paar verlässt damit die gefallene Abstammungslinie und schließt sich der neuen, direkt mit Gott verbundenen Abstammungslinie an, was dann auch allen Nachkommen des gesegneten Paares zu Gute kommt.

Seit Anfang 1997 werden Geistliche anderer Kirchen und Religionen eingeladen, zuerst selbst an einer Segnung teilzunehmen. Anschließend können sie in ihren Gemeinden ähnliche Segnungszeremonien durchführen. Außerdem ist es zur Tradition geworden, dass bei diesen Segnungszeremonien religiöse Führerpersönlichkeiten anderer großer Religionen zusammen mit Rev. und Frau Moon den Paaren entsprechend ihrer jeweiligen Tradition ihren Segen aussprechen.


9. Welchen Stellenwert haben Ehe und Familie in der Tongil-Gyo Vereinigungsbewegung?

Nach Auffassung der VB sind Ehe und Familie keine menschliche Erfindung und kein Ergebnis sozialer Notwendigkeit, sondern von Gott begründet. Gott ist vor allem ein Gott des Herzens, ein Gott elterlicher Liebe. Menschen sind, wie es in der Bibel heißt, als Mann und Frau zum Ebenbild Gottes geschaffen
(4) und tragen somit das göttliche Potential an Liebesfähigkeit in sich, das in der liebenden Beziehung von Mann und Frau und in der vollendeten Elternschaft die höchste Ausdrucksform findet.

Die Familie ist die "Schule der Liebe". In ihr lernen wir die verschiedenen Erscheinungsformen der Liebe: als Kind, als Bruder oder Schwester, als Mann oder Frau und als Eltern. Von unserem Lernerfolg in dieser "Schule" hängt es weitgehend ab, welche Beziehungen wir zu den anderen Mitgliedern der Weltfamilie aufbauen und wie wir unsere Rolle als Bürger unserer Nationen und der Welt erfüllen.

Liebende Familien sind somit die Bausteine für eine friedliche Welt, Bausteine für das Reich Gottes auf Erden. Eine harmonische und gesunde Gesellschaft, Nation und Welt kann nur durch harmonische und liebende Familien verwirklicht werden. Die Familie stellt somit die Keimzelle der vollkommenen, von Gott gewollten Welt dar. Wahre Liebe kann am besten in einer Familie realisiert werden, in der Gottes Liebe wohnt. Daher sollen die Beziehungen von Mann und Frau, Eltern und Kindern sowie Brüdern und Schwestern von erfüllter und dauerhafter Liebe geprägt sein.


10. Was bedeuten Sterben und Tod im Lichte der Lehre der Vereinigungsbewegung?

Geburt, Heirat und Sterben sind die drei wichtigsten Ereignisse im Leben eines jeden Menschen. Entsprechend der Lehre der VB (Vereinigungslehre) bedeutet "Sterben" den Übergang von dieser physischen Welt in die ewige Geistige Welt. Dieser Übergang könnte als "zweite Geburt" bezeichnet werden. Bei seiner 1. Geburt löst sich der Mensch nach 9 Monaten Aufenthalt im Mutterleib von der Plazenta und wird durch die enge Röhre des Muttermundes in eine neue Welt gepresst. Ganz ähnlich löst sich der Mensch bei seinem Tod von seinem physischen Körper und wird in eine neue Geistige Welt hineingeboren, die ganz neue und ungeahnte Perspektiven bereit hält. Der Mensch hat also, nach der Vereinigungslehre, drei Leben: zuerst in flüssiger Umgebung im Mutterleib (9 Monate), dann in gasförmiger Umgebung auf Erden (ca. 90 Jahre) und schließlich im Bereich der Liebe Gottes in der Geistigen Welt (ewige Existenz). Deshalb wird der physische Tod auch nicht als Bedrohung oder Verlust empfunden, sondern ist ein Ereignis besinnlicher Freude, hat der Betroffene doch sein Erdenleben abgeschlossen und geht nun in eine ungleich schönere Welt ein. Mitglieder der Vereinigungsbewegung feiern aus diesem Anlass die sogenannte Sung Hwa Zeremonie, was so viel bedeutet, wie Aufstieg und Eingang des Menschen in die Geistige Welt.

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1 Vergl. Num 18,25-32; Deu 14,22-27.
2 Matt 28,19-20.
3 Vergl. „Stellungnahme zu Theologie und Praxis der Vereinigungsbewegung“, Kando-Verlag 1992, S. 33.
Gen. 1,27.
4 Vergl. Spurgin Nora, „Über das Leben danach - 30 Fragen und Antworten“, Kando-Verlag 2001



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