Themen
Sexualethik der Vereinigungsbewegung
Eine Einführung
In der Kirchengeschichte wurde die Sexualität des Menschen vielfach unterdrückt und als etwas Sündiges betrachtet. Unsere moderne westliche Gesellschaft dagegen ist gekennzeichnet durch eine Übersexualisierung (insbesondere in den Medien für Werbezwecke). Die sexuelle Ausbeutung der Frau (Pornographie, Prostitution, sexueller Missbrauch) ist ein vielfach unterschätztes Phänomen unserer Gesellschaft. Sexualität und Liebe werden herkömmlich als zwei getrennte Bereiche betrachtet. Die Ganzheitlichkeit sexuellen Erlebens, das immer mit tiefsten Emotionen verbunden ist, wird oft unterbewertet. Stattdessen wird besonders jungen Menschen suggeriert: Sex kann man mit jedem haben, während man sich gleichzeitig nach der einen Person umsieht, mit der man "wahre Liebe" und "dauerhafte Partnerschaft" verwirklichen kann. Die Vereinigungsbewegung betrachtet diese Haltung als unverantwortlich und trügerisch mit fatalen Folgen.
Die zentrale und einzige Institution, die Gott geschaffen hat, ist die Familie. Gen 1:27: "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und er schuf sie als Mann und Frau." - Weiterhin segnete Gott das erste zukünftige Ehepaar, Vers 28: "Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan ..."
An diesen Bibelversen wird deutlich, welche fundamentale Bedeutung Ehe und Familie aus Gottes Sicht haben. In Übereinstimmung mit den biblischen Aussagen definiert die Vereinigungsbewegung Familie zuerst und grundsätzlich als eine gesellschaftliche Einheit bestehend aus einem Vater, einer Mutter und die aus dieser Ehe geborenen Kinder. Natürlich gibt es auch andere Konstellationen, die aber keinen Anspruch auf Grundsätzlichkeit erheben können und deshalb auch keinen Vorbildcharakter haben.
Rev. Moons Lehre von der "absolute Sexualmoral" beinhaltet im wesentlichen zwei Aspekte:
a) Reinheit vor der Ehe und
b) absolute Treue in der Ehe
Das weiße Brautkleid der Braut symbolisiert seit je her die Reinheit der Braut vor der Ehe. Natürlich gilt das gleiche Reinheitsgebot auch für den Bräutigam. Sexuelle Beziehungen vor der Ehe sind kontraproduktiv und unerwünscht. Sexualität gehört in den geschützten Bereich von Ehe und Familie. Nur in diesem Rahmen kann sie ihre volle Schönheit, Reife und Stärke entfalten. Verfrühte sexuelle Betätigung ist emotional enttäuschend und führt zu Frustrationen und einer wachsenden Unfähigkeit, dauerhafte partnerschaftliche Bande zu knüpfen.
Absolute Treue in der Ehe bedeutet, dass ein Mann und eine Frau sich sexuell treu sind, bis dass der Tod sie scheide - und noch darüber hinaus. Auf dieser Grundlage kann tiefes Vertrauen und die Liebe zwischen den Ehepartnern entstehen und so zum stabilen Fundament für die ganze Familie werden.
In der kath. Kirche beispielsweise hatte Sexualität lange Zeit nur den Zweck der Zeugung von Nachkommen. Das sehen wir anders. Nach der Lehre von Rev. Moon sind die Sexualorgane die wichtigsten und heiligsten Organe des Menschen. Natürlich ist ohne sie die Zeugung von Nachkommen gar nicht möglich. Genauso wichtig und bedeutungsvoll ist jedoch, dass Ehemann und Ehefrau die Liebe Gottes ganz besonders tief und innig in der sexuellen Umarmung erleben können. Dabei sollten Leidenschaft und Kreativität nicht zu kurz kommen. Das Wort "prüde" oder "langweilig" kommt im Sprachschatz der Familienföderation nicht vor.
Die amerikanische Eheberaterin Dr. Sheri Meyers hat es treffend auf den Punkt gebracht: "Keep it hot at home" und weiter: "Let your love life sizzle - instead of fizzle." Ein aufregendes und abwechslungsreiches Eheleben macht Untreue, Seitensprünge und Affären von vornherein unattraktiv.
Verfasser: W. Fehlberg